Das Theater und ich

Bevor der Februar zu Ende geht, möchte ich doch noch bei Astrids Linkparty mitmachen! Keine Ahnung, auf wie viele Punkte ich in Bezug auf das Theater kommen werde, mal sehen…
Aha, auch 15 + 1; leider müsst Ihr ohne Bilder auskommen. Es gab eh kaum welche.

  1. Ins Theater bin ich schon als Kind gern gegangen, wenn auch eher selten. An die ersten Jahre kann ich mich weniger erinnern, aber auf alle Fälle an „Momo“, das ich in der fünften Klasse in und mit meiner Schule gesehen habe. Eine Theatergruppe einer anderen Schule war bei uns zu Gast.
  2. Ab da war ich angestochen, keine Theater-AG mehr ohne mich!
  3. Reden wir nicht über Können, lieber über den Spaß, den ich bei den Proben, den Aufführungen und dem Drumherum des Organisierens hatte.
  4. Da gab es eine Aufführung, in der wir (Fünftklässler!) Kurzgeschichten von Kishon spielen durften. Ich sollte einen Fußballfan vor Gericht spielen, der dem Gericht den Hergang (der Schiri war von ihm beleidigt worden oder so ähnlich) schildern und vorspielen sollte. Die Rolle habe ich abgegeben, das ging irgendwie nicht.
  5. Nach kleineren Rollen durfte ich dann in der zehnten Klasse die Jente in Anatevka spielen – toll war’s! Die erste größere Rolle, die mir sehr viel Freude gemacht hat.
  6. Kurz danach kam dann auch die Zeit, wo man mit dem Deutschkurs ins Theater ging – z.B. Hauptmanns Ratten. Doof, einfach doof.
  7. Damit sind wir dann auch beim modernen Theater, was für mich gar nicht ging. Bis heute habe ich nicht verstanden, warum Paris im Jogginganzug und mit Kopfhörern um den Hals in den „Trojanischen Krieg findet nicht statt“ geschickt wurde.
  8. „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ war dann wieder ganz was anderes, hat mir sehr gefallen (und war – wenn ich mich richtig erinnere – auch keine moderne Inszenierung).
  9. Musicals – ich nehme sie mal mit ins Theaterthema – waren auch toll: Ich kann mich noch ans Gänsehautfeeling erinnern, als ich mit Freund in „Hair“ saß. Später dann noch „Phantom der Oper“ und „Cats“ – im eigens dafür gebauten Theater natürlich wieder was ganz anderes als „Hair“ auf der kleinstädtischen Bühne.
  10. Die Nummer mit dem Fußballfan, der eine Rolle in der Rolle spielt, wiederholte sich im Oberstufenliteraturkurs: Brechts „Guter Mensch von Sezuan“ bescherte mir auch wieder eine Szene, wo ich eine Rolle in der Rolle zu spielen hatte – und zwar nicht die Rolle abgab, aber die Stelle umgeschrieben werden musste.
  11. Auch im Studium wurde weiter Theater gespielt: Erst der „Kleine Prinz“ in Originalsprache, dann Szenen aus Shakespeares „Sommernachtstraum“. Und plötzlich ging’s: Als Frau eine Männerrolle (Handwerker) und als Mann dann wieder eine Frauenrolle (Thisbe) – es waren herrliche Proben und Aufführungen.
  12. Nicht zu vergessen all die Theaterstücke in der Schule, die ich seit bald 30 Jahren immer wieder zu sehen bekomme: Unvergesslich vor allem „Die Welle“, aber auch „Das Haus der Temperamente“, Charles Dickens‘ Weihnachtsgeschichte, „Der Drache“, „Ronja Räubertochter“, auch immer wieder „Momo“.
  13. Und in den letzten Jahren immer wieder das Christgeburtspiel (Oberufer), in dem ich die Maria spielen und singen darf. Hätte ich gewusst, dass das soviel Spaß macht, hätte ich bestimmt schon früher mitgemacht, stattdessen habe ich es jahrelang jedes Jahr als Zuschauerin gesehen.
  14. A propos „modernes Theater“ – geht doch! Zumindest, wenn es von „Theater total“ kommt. „Perikles“ war einsame Spitze!
  15. Mammutaufführungen: „Die vier Mysteriendramen“ – am frühen Mittag ging’s los und dauerte bis in den späten Abend (ca. 7 Stunden Spielzeit). Und wir sahen nur eins von vieren (ich weiß allerdings nicht mehr, welches von den vieren, vermutlich „Die Pforte der Einweihung“, also das erste der vier)!
  16. Wenn ich durch die 15 Punkte so durchgehe, stelle ich fest: Ich spiele lieber selbst, als anderen beim Spielen zuzusehen. Ich mag durchaus beides, aber wenn ich die Wahl zwischen Bühne und Zuschauerraum hätte, dann wäre klar, wo ich landen würde.
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One thought on “Das Theater und ich

  1. Du Glückliche! Wobei: Inzwischen hätte ich wohl weniger Lampenfieber, glaub ich. Im nächsten Leben soll es ja was mit der Jazzsängerin werden…
    „Momo“ war auch lange die Traumrolle meiner Stieftochter ( bis sie im wahrsten Sinne des Wortes darüber hinausgewachsen ist ). Schultheater finde ich sowieso eine ganz wunderbare Sache, die leider unterschätzt wird.
    Danke fürs Mitmachen!
    Herzlich
    Astrid

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